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Sagen & Mythen

Sagenhaft! Unsere Region steckt voller Legenden und märchenhafter Geschichten - entdeckt unseren schlafenden Kaiser, verzauberte Höhlen und teuflisch guten Schnaps.

Barbarossa

Tief unten im Berg, verzaubert in einem unterirdischen Schloss, soll er schlafen, schon seit vielen hundert Jahren - so lange, dass sein glutroter Bart ist durch den Tisch gewachsen ist. Alle hundert Jahre lässt er schauen, ob die Raben – ein Zeichen des Bösen – noch um den Berg fliegen, denn wenn sie nicht verschwunden sind, muss er für weitere hundert Jahre verzaubert in seinem Schlosse ruhen – Kaiser Barbarossa! Friedrich I. ist ein Mythos und inspirierte als Sinnbild eines geeinten Reichs Dichter und Schriftsteller zur Sage des ewig schlafenden Herrschers, der sich tief verborgenen im Kyffhäusergebirge aufhält. Die Brüder Grimm machten mit ihrer Geschichte Friedrich Rotbart auf dem Kyffhäuser Anfang des 19. Jahrhunderts die Kyffhäusersage bekannt, ebenso Friedrich Rückert mit seinem Barbarossa-Gedicht.

In Stein gemeißelt ist die Legende um Kaiser Barbarossa am über 120 Jahre alten Kyffhäuser Denkmal, das über dem sagenumwobenen Kyffhäusergebirge aufragt. Er scheint gerade zu erwachen, auf seinem herrschaftlichen Thron - der mittelalterliche Kaiser, im roten Sandstein verewigt. Die Pfalz in Tilleda, am Fuße des Kyffhäusers, hat Barbarossa 1147 besucht und urkundete damals auf „Tullede“.
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Doch wo verbirgt sich nun das sagenhafte unterirdische Schloss von Kaiser Rotbart? Als Bergleute 1865 auf der Suche nach Kupferschiefer zufällig natürliche Hohlräume entdeckten, haben sie wohl geglaubt, es gefunden zu haben, denn schnell war der Name Barbarossahöhle gefunden. 

Harzer Sagen

Der Harz steckt voller sagenhafter Orte, die die Menschen seit jeher zu Geschichten inspiriert haben. So ranken sich beispielsweise um die Karsthöhle bei Appenrode gleich mehrere Sagen. Eine erzählt von einem Mädchen, dass sich wünschte, in die Erde zu versinken, weil es sich so elend fühlte. Ein Maurergeselle, der dies vernahm, nahm seine Kelle und warf sie zur Erde, die sich auftat. Die Kelle versank tief im aufgespaltenen Erdreich. Die Kelle kam nicht wieder zum Vorschein und soll der Stelle ihren Namen gegeben haben, wo sich nun auch das Mädchen verbirgt – manche sagen, als Nixe im See der Kelle.

Teufel & Korn

Glaubt man einem Märchen des Thüringer Dichters Ludwig Bechstein so war es der Teufel höchstpersönlich, der in Nordhausen zum Schnapsbrenner wurde und die hohe Kunst des Schnapsbrennens auch den Nordhäusern beibrachte, so dass es alsbald keinen anderen Ort auf der Welt gab, wo mehr Schnaps gebrannt wurde. Das Ansinnen des Teufels war klar: Der Hölle sollte der Nachschub an Seelen nicht ausgehen - dank ausreichendem Genuss des guten Branntweins kein Problem.

Nordhausen ist die älteste Kornstadt der Welt: Schon 1507 haben die Stadtschreiber in ihrer Chronik das „gebrannte Wasser“ erwähnt  und bereits damals belegten die Ratsherren das edle Getränk mit einer Steuer, dem Bornewynzins. Nur geprüfte, erstklassige Fässer erhielten das begehrte Ratssiegel. 1789 hielten die Stadtoberen das erste Reinheitsgebot für den Korn fest, der damit aus mindestens zwei Dritteln Roggen und höchstens einem Drittel Gerste oder Malz gebrannt werden durfte. Damals gab es rund 100 Brennereien in Nordhausen. Der Nordhäuser Korn hatte durch sein vollmundiges Aroma viele Fans, darunter berühmte Persönlichkeiten wie Reichskanzler Otto von Bismarck.

Auch heute ist diese einzigartige Tradition in der Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei erlebbar – am historischen Originalschauplatz, wo schon vor über 110 Jahren Korn gebrannt wurde und die heute noch in Betrieb ist. In Handarbeit werden hier aromatische Gin-Spezialitäten und ein Doppelkümmel gebrannt.