125 Jahre Kyffhäuser Denkmal

Eröffnung Kyffhäuser Denkmal

Wahrhaft kaiserlich war die Einweihung des Kyffhäuser Denkmals: Am 18. Juni 1896 wurde das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal eröffnet - mit Kaiser Wilhelm II., der eigens mit einem Sonderzug aus Berlin anreiste und dann gemeinsam mit Fürst Günther von Schwarzburg-Rudolstadt mit einem Vierspänner auf dem Festgelände ankam. Natürlich war alles, was Rang und Namen hatte, bei diesem Ereignis dabei - die hohen Bundesfürsten, aber auch 20.000 Soldaten und alle beteiligten Künstler und Handwerker. Den Tag der Eröffnung wählte der Kaiser nicht ohne Grund, denn sie erinnern an drei wichtige Daten: die Schlachten von Fehrbellin (18. Juni 1675), die Heilige Allianz (18. Juni 1815) und die Rückkehr Kaiser Wilhelms I. von Versailles nach Berlin (18. Juni 1871). Mehr als ein halbes Jahr nahmen die umfangreichen Vorbereitungen für den Gestakt in Anspruch - von der Organisation der Anreise der VIP bis hin zur Verpflegung der immensen Gästeschar. Nachdem der Kaiser das Denkmal übergeben hatte, knallten 101 Salutschüsse in den Himmel. 

Rund sechs Jahre dauerte der Bau des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals. Schnell fand der Vorschlag, wie in vielen anderen Orten Deutschlands auch auf dem Kyffhäuser Burgberg ein Denkmal für den verstorbenen Kaiser Wilhelm I. zu errichten, große Zustimmung. Die Entwürfe stammten vom Architekten Bruno Schmitz. Schon 1890 begannen die Bauarbeiten. Als die Ringterrasse und Teile der Mittelterrasse fertig waren, wurde die feierlich Grundsteinlegung auf den 10. Mai 1892 festgelegt, den Jahrestag des Frankfurter Friedens nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871. Bei der Grundsteinlegung waren daher auch rund 15.000 Mitglieder von Kriegervereine dabei und des wurde zur ersten großen Massenveranstaltung auf dem Kyffhäusergelände. Der Protektor des Denkmalbaus, Fürst Günther von Schwarzburg-Rudolstadt, gab die ersten drei Hammerschläge ab.

Die Arbeiten am Denkmalturm schritten rasch voran und schnell wuchs der Bautourismus. Deshalb  wurde das Wegenetz und die Gaststätte „Burghof“ gebaut. Rund 400 Arbeiter als Steinmetze, Maurer, Zimmerleute und Transportarbeiter werkelten tagtäglich auf der riesigen Baustelle. Meist wohnten sie in den umliegenden Ortschaften und hatten oft einen zweistündigen Anmarsch zur Baustelle. Verwendet wurden für das Denkmal fast ausschließlich Kyffhäusersandstein, der direkt vor Ort gebrochen wurde und damit nicht nur gut geeignet, sondern auch kostengünstig war. Nur die Steine für die Treppenstufen, Wegeplatten und die stilisierte Kaiserkrone kamen aus dem Gebiet der Weser. Auch dadurch wurde der Bau teurer als geplant - es war als damals nicht anders als heute. Denn auch das Kyffhäuser Denkmal musste ein paar Bauverzögerungen hinnehmen, so dass der Eröffnungstermin mehrfach verschoben werden musste, bis es am 18. Juni vor 125 Jahren endlich soweit war.  

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